Pfadi-Sommerlager 2019

Bericht vom Sommerlager der Pfadis 2019

Nach intensiver Planung und vielen Waffelbackaktionen konnte endlich das Sommerlager der Pfadis starten. Mit neun Pfadis und drei Leitern begab sich die Gruppe auf eine Reise in das Land der Weißwurst und Brezn (Tatsächlich haben wir nicht eine einzige Weißwurst gegessen). Am 17.08., früh morgens trafen wir uns am Bahnhof Neheim und fuhren mit dem Zug nach München. Die Fahrt verlief sehr harmonisch und entspannt. Nur auf den letzten Metern ging im Zug ein Ersatzrad unseres Rollstuhlfahrers verloren – bis heute leider keine Spur davon. Doch davon ließen wir uns unsere gute Laune nicht nehmen. Optimistisch bezogen wir unsere Unterkunft – ein kleines Stammesheim der BDP-Pfadfinder in Baldham (etwa 20 Minuten S-Bahnfahrt in die Innenstadt). Als erstes musste für die Woche eingekauft werden. Gemeinsam hatten die Pfadis schon im Zug Dienste für das Kochen, Spülen und Tischdecken eingeteilt sowie eine Einkaufsliste erstellt. Auch sollten Tag ein oder zwei Pfadis das Kommando für den Tag übernehmen, also verantwortlich für die Fahrt, das Packen des Tagesproviants und auch das Wecken sein. So lernten sie, Verantwortung für eine Gruppe zu übernehmen – eine perfekte Vorbereitung auf eine spätere Leitertätigkeit. Nach dem Einkaufen wurde dann lecker gegrillt – zu Besuch kamen die Eltern von Leiter David, der in München geboren und aufgewachsen ist (Einen Urmünchner in dieser großen Stadt dabei zu haben, war sehr praktisch). Spät abends dann eine weitere kleine Ernüchterung: das Wasser blieb kalt. Doch was kann ein bisschen Kaltwasser einem echten Pfadfinder schon anhaben?

Am nächsten Morgen leider immer noch kein Warmwasser – doch etwas unangenehm…  Vom Vermieter wurde Hilfe zugesagt. Diese sollte in Form eines Installateurs aber erst am Montag kommen – vorrausichtlich. Nach einem (letzten) Privileg des Ausschlafens ging es nach einem leckeren Frühstück in die Stadt. Hier warteten am Hauptbahnhof zwei Nachzügler – endlich war die Gruppe vollständig. Nun führte David erst einmal durch die Stadt. Über die Baustelle des Oktoberfestes (bereits im Juli fangen hier die Aufbauarbeiten an) zum Karlsplatz Stachus bis hin zum Marienplatz ging die Tour, gespickt mit vielen interessanten Infos über die Geschichte einer einzigartigen und faszinierenden Stadt. Doch die intensive Sonne ließ die Ausdauer der Pfadis rapide sinken, sodass nach einem Ausblick vom Alten Peter die Führung abgekürzt wurde. Schnell noch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten besucht, dann ab einen kühlen Bach im Englischen Garten – den Leitern sollte es recht sein. Spät am Abend duschten dann nur die Mutigsten – das Wasser war immer noch eiskalt. Und wie Pfadis dann so sind, nahmen sie sich fest vor, die Nacht durchzumachen. David musste die Bande um 6:30 Uhr morgens ins Bett schicken, damit sie wenigstens noch drei Stunden Schlaf abbekommen!

Widererwarten waren sie dann doch erstaunlich fit für die anstehende Isarwanderung, die uns entlang des reißenden Flusses wieder zum Englischen Garten führte. Hier wollten wir in einen urigen Biergarten einkehren, der uns bereits am Vortag sehr gefiel. Nach einem leckeren Essen trafen wir uns dann mit Davids Bruder, der uns zum Olympiapark begleitete. Dort zeigte er uns im ehemaligen olympischen Dorf eine Parkour Strecke, die natürlich direkt ausgiebig von den Jungs getestet wurde. Anschließend erklommen wir den Olympiaberg, von wo aus uns eine herrliche Aussicht über das abendliche München belohnte. Als die Sonne schon fast untergegangen war, fuhren wir mit der Straßenbahn zum Karlsplatz, wo wir uns mit einem vegetarischen Döner und einem Eis stärkten. Müde, aber glücklich fielen dann alle auf ihr Lager.

Am Dienstag kündigte sich regnerisches Wetter an. Perfekt geeignet für einen Besuch im Deutschen Museum. Doch zuerst führte uns Pfadi Niklas zu einem Waschsalon, wo wir unsere Kluften und Wanderklamotten waschen konnten, denen man doch recht deutlich die anstrengende Isarwanderung anmerkte. Deutlich länger als gedacht mussten wir warten, bis alles trocken war. Aber in einer so lustigen Gruppe gibt es zum Glück keine Langeweile. Am Museum mussten wir wegen Renovierungsarbeiten recht lange anstehen, bis wir dann endlich das größte technische Museum der Welt bestaunen durften. In Kleingruppen stromerten wir durch die vielen Ausstellungen, bis wir uns dann kurz vor Schließung trafen und gemeinsam zu einem Schwimmbad fuhren. Hier wurde ausgiebig getobt und gerangelt. Zum Abschluss dieses Tages gönnten wir uns dann das klassische Lieblingsessen der Pfadis: Döner. Darf auch mal sein. Die Nachtruhe war dann dieses Mal früher angesetzt – sollten doch für die geplante Flughafentour alle fit sein.

Diese war für alle ziemlich spannend. So sahen wir den großen Airbus A 380, ein Flugzeug des thailändischen Königs (ein richtiger, großer Langstreckenflieger), den der König selbst als Hobby fliegt – Stichwort Klimaschutz und so… Nach dieser interessanten Tour durften die Pfadis selbständig in Gruppen die Stadt erkunden. Die einen gingen shoppen, die anderen testeten noch einmal die Parkour Strecke im Olympiapark. Abends wurden wir dann von zwei Pfadimädchen bekocht – es gab eine herrliche, vegetarische Bolognese mit Spaghetti.

Donnerstag ging es sehr früh los. Wer in die Alpen will, muss nun einmal früh aufstehen. Nach einer Zugfahrt von München durch das Alpenvorland kamen wir neugierig und gespannt am Tegernsee an. Leider war uns kein wolkenfreier Himmel gegönnt, je höher wir stiegen, desto dichter wurde der Nebel um uns herum – bis wir keine 100 Meter weit mehr blicken konnte. Doch genossen wir trotzdem die Wanderung und die gute Luft der Berge. Auch eine kleine Auszeit auf einer Berghütte nahmen wir uns und ließen uns Buttermilch und Kuchen schmecken. Nach etwa 20 Kilometern und   sechst Stunden strammer Wanderung kamen wir sehr erschöpft aber stolz und zufrieden am Tegernseer Bahnhof an und freuten uns auf ordentliche Pfannkuchen, die zwei Pfadijungs für alle kochen wollten. So ging der vorletzte Tag in München dem Ende zu, Einigkeit bestand im Wunsch, noch drei Tage länger bleiben zu wollen – ein gutes Zeichen für ein gutes Lager.

Am Freitag unternahmen wir eine Bootsfahrt im Münchner Vorland. Mit zwei Schlauchbooten fuhren wir gemächlich die Amper entlang und genossen die herrliche Natur, die uns hier umgab. Da der anschließende Nachmittag nicht mehr für einen Besuch im botanischen Garten ausreichte, beschlossen wir, noch einmal in Kleingruppen die Stadt zu erkunden. Nach drei Stunden Freizeit ging es dann wieder zur Unterkunft, die wir noch aufräumen und putzen mussten. Auch das Gepäck für die Heimfahrt sollte bereits weitestgehend gepackt werden, damit wir am Samstagmorgen keine bösen Überraschungen erlebten. Als besonderer Höhepunkt des Tages und als krönender Abschluss eines großartigen Lagers organisierten die Pfadis dann noch eine Überraschungsparty für Kevin, der am Samstag 14 Jahre alt wurde. Mit Pizza und viel Musik feierten wir gemeinsam in den Samstag, bevor wir uns dann ein letztes Mal gemeinsam zur Ruhe legten.

Mit geballter Teampower packten wir Samstagmorgen den Rest und fegten das Haus sauber. So blieb noch ausreichend Zeit, für einen kleinen Zwischenstopp beim Edeka, um den Reiseproviant aufzustocken. Die Heimfahrt verlief nahezu problemfrei, nur die Verspätung von einer Stunde machte es spannend. Doch hatten wir in Warburg genug Reserve, um unseren planmäßigen Zug ins Sauerland zu erreichen. In einer gemeinsamen Reflexion wurde klar: Dieses Lager war ein ganz besonderes mit so vielen tollen Erfahrungen, das die gesamte Gruppe deutlich näher zusammen gebracht hat – eine eingeschweißte Mannschaft ist hier entstanden, die in naher Zukunft mit Sicherheit viele weitere gemeinsame Abenteuer bestehen wird. Auch hierrüber werden wir euch berichten.

 

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